März 29, 2020 5 min. Lesezeit

Anina ist ein Vorbild für viele junge Menschen da draußen. Nachhaltig und bewusst leben, gesund essen, lokal einkaufen, global denken – dies sind einige der Werte, die Sie täglich lebt. Bekannt durch Ihre Instagram-Präsenz hat Anina letzte Woche gemeinsam mit EMERALD BERLIN eine Modekollektion vorgestellt, die darauf zielt, Aufmerksamkeit für die Situation im indonesischen Regenwald zu schaffen. In Kooperation mit der NGO OroVerde macht sich Anina stark für den Schutz dieses Paradieses für die kommenden Generationen. Wie es zu all dem kam? Lest weiter!

EB: Liebe Anina, wie freuen uns sehr, dass Du dir Zeit nimmst für dieses Interview. Viele unserer Leser kennen Dich ja schon von Instagram, deinem Blog oder auch durch den Chappedlips-podcast auf Spotify und Soundcloud. (Hörtipp!) Möchtest du Dich für die, die Dich noch nicht kennen, trotzdem kurz nochmal vorstellen?

Anina: Klar doch! Auf meinem Blog und Instagram-Kanal Aniahimsa dreht sich alles um den gesunden, bewussten und nachhaltigen Lebensstil. Ich teile ganz viele Tipps, Rezepte und Inspirationen und möchte damit jeden Tag Menschen dazu inspirieren, ihren Konsum zu hinterfragen. Dabei ist es mir wichtig zu zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht, sondern viel mehr Horizonterweiterung bedeutet. Was uns gut tut, tut auch der Erde gut! Weil ich selbst lebe, worüber ich schreibe und publiziere, weiss ich außerdem, wie viel Spaß ein nachhaltigeres Leben machen kann. Ich habe beispielsweise noch nie so bunt und lecker gekocht, wie ich es heute mit regionalen und saisonalen Zutaten mache. Dennoch zeige ich aber auch immer wieder auf, dass trotz aller Bemühungen niemand perfekt ist. Und dass wir das auch gar nicht sein müssen. Deswegen teile ich regelmäßig und sehr transparent unseren Plastikmüll oder schreibe darüber, wie schwierig es mir fällt, für immer auf Flugreisen zu verzichten.

„Mit meiner Arbeit möchte ich Menschen auch dazu inspirieren, ihren Konsum zu hinterfragen.“

EB: Als (Sinn)-fluencerin und Social-Media-Personality machst du unglaublich viele Projekte gleichzeitig. Wie bist du dazu gekommen? Wann hast Du für Dich verstanden, dass Du mit dieser Arbeit glücklich werden und so viel Gutes tun kannst?

Anina: Journalistin zu werden, war schon immer mein Traum. Schon mit 17 Jahren durfte ich als freie Mitarbeiterin für Tageszeitungen schreiben und fotografieren. Insgesamt 8 Jahre lang textete ich – mal freiberuflich, mal im Praktikum und später in der Festanstellung – als Journalistin für verschiedene Titel. Da war es naheliegend, auch in diese Richtung zu studieren. Während meines Multimedia Production Studiums entdeckte ich dann auch meine Leidenschaft für Onlinemedien und das Bloggen. Aus einem Hobby wurde schnell meine größte Leidenschaft. Ich merkte, wie viel Spaß es mir machte, über Themen schreiben zu können, die mich wirklich bewegen. Ich würde sagen, es war eine Mischung aus Fleiß, Kontinuität, Begeisterung und Glück, die es mir ermöglicht hat, vollberuflich als Sinnfluencerin und Bloggerin tätig zu werden.

„Ich merkte, wie es mir Spaß machte, über Themen schreiben zu können, die mich wirklich bewegen.“

EB: Wie siehst und nutzt Du Social-Media als Werkzeug für das Gute und Hilfsmittel zur Erweiterung des Bewusstseins? Wie glaubst Du kann Social-Media noch sozialer genutzt werden?

Anina: Für mich war von Anfang an klar, dass es immer um die Sache und nicht um mich geht. Eine große Reichweite zu haben, bringt ja auch viel Verantwortung mit sich. Diese möchte ich wahrnehmen und sehe es auch als meinen Auftrag, möglichst viel Gutes zu bewirken. Für mich kam es gar nie in Frage, meinen Themenfokus anders auszulegen. Auch wenn ich mit meinem Gesicht natürlich für alles einstehe, was ich schreibe und publiziere, will ich mit Aniahimsa nicht mich in den Mittelpunkt stellen, sondern wichtige Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit oder auch soziale Gerechtigkeit. Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Blogger*innen klarer positionieren und sich in den gesellschaftlichen aber auch politischen Diskurs aktiv mit einbringen. Es gibt inzwischen viele Studien, die aufzeigen, dass gerade junge Leute Influencer*innen mehr Vertrauen schenken, als großen Medienplattformen. Das verdeutlicht, was ich eingangs schon gesagt habe: Wir tragen Verantwortung und haben einen Einfluss. Warum also nutzen wir diesen nicht für die wirklich wichtigen Themen?


„Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Blogger*innen klarer positionieren und sich in den gesellschaftlichen, aber auch politischen Diskurs aktiv mit einbringen.“

EB: Ein bewusstes und nachhaltiges Leben ist Dir besonders wichtig. Doch mal ehrlich: viele denken ja, dass das vor allem Verzicht bedeutet und immer kompliziert (und kostspielig) sein muss, wenn man sich vegan ernähren und die Natur schützen will. Aber ist das so?

Anina: Beginnen wir beim Geldbeutel. Dieses Argument höre ich nämlich ganz oft. Es ist wirklich so: Ich habe noch nie so wenig Geld ausgegeben wie heute. Natürlich: Man kann sich auch vegan sehr teuer ernähren. Um ein gesundes und glückliches Leben zu führen, ist das aber gar nicht notwendig. Ich kaufe vorwiegend regional und biologisch auf dem Wochenmarkt ein. Das kommt mich am Ende des Monats günstiger, als wenn ich normal im Supermarkt einkaufe. Warum? Ganz einfach. Auf dem Markt gibt es, was gerade Saison hat. Da gibt es auch keine fancy veganen Cookies oder Superfood-Pülverchen. Hinzu kommt, dass vor allem Fleisch- und Milchprodukte teuer sind und diese bei einer pflanzlichen Ernährung ja vollends wegfallen. Und zum Verzicht: Zu Beginn fühlt es sich vielleicht so an, als müsste man auf ganz viel verzichten. Das liegt daran, dass man da noch nicht den notwendigen Weitblick hat. Heute kann ich sagen, dass ich noch nie so gesund und fit war. Und gerade die Gesundheit ist doch das wertvollste Gut, das wir haben. Das Schöne ist auch, dass automatisch vieles, was uns gut tut, auch unserer Erde gut tut. Es ist also quasi ein doppelter Gewinn!

„Ich kaufe vorwiegend regional und biologisch auf dem Wochenmarkt ein. Das kommt mich am Ende des Monats günstiger, als wenn ich normal im Supermarkt einkaufe.“

EB: Dass unser Konsumverhalten und Lebensstil Auswirkungen auf ferne Orte und Weltregionen haben kann, ist uns allen bewusst. Du selbst fliegst aktuell nicht.
Wie hast du diesen Entschluss für dich getroffen?

Anina: Es fühlt sich für mich momentan einfach nicht richtig an. Ich habe eine regelrechte Flugscham entwickelt. Zudem möchte ich natürlich auch als gutes Beispiel vorangehen und zeigen, dass das Gute oft sehr nah liegt. Ich liebe es, in den Schweizer Bergen wandern zu gehen, meine Freunde in Berlin mit dem Zug zu besuchen oder einen Campervan zu mieten, um den Norden zu bereisen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich in vielen Jahren zuvor selbst oft verreist bin. Ich war innert 4 Jahren drei Mal in Südostasien. Und was soll ich sagen: Reisen ist toll, es erweitert den Horizont und hat mir auch gerade in Sachen Nachhaltigkeit nochmals einen neuen Blickwinkel gegeben. Deswegen möchte ich das Fliegen gar nicht per se verteufeln. Ich mache diesen Flugstreik jetzt einfach für mich, weil es sich richtig anfühlt. Am Ende des Tages geht es wohl auch da um den bewussten Konsum und ein gutes Mittelmaß. Wo das liegt, muss und darf jede*r für sich persönlich entscheiden.

„Reisen ist toll, es erweitert den Horizont und hat mir auch gerade in Sachen Nachhaltigkeit nochmals einen neuen Blickwinkel gegeben.“


EB: Mit dem Indonesien-Projekt der Organisation OroVerde hast Du ganz persönlich einen Beitrag zum Erhalt des Regenwaldes und bedrohter Vogelarten geleistet. Was hat dich dazu bewogen, ausgerechnet dieses Projekt unterstützen zu wollen?

Anina: Wie bereits erwähnt, zog es mich in den vergangenen Jahren oft nach Asien. Insgesamt drei Mal war ich mit meinem Freund in Indonesien unterwegs. Das Land mit seinen wunderschönen Inseln, seiner unglaublichen Schönheit und Natur hat mich berührt, wie kein anderes Reiseziel zuvor. Daher hat das sofort gepasst mit OroVerde und ich freue mich, dass ich damit jetzt auch ein bisschen etwas zurückgeben kann an dieses tolle Land, seine herzlichen Leute und natürlich auch an die so schützenswerte Artenvielfalt, Flora und Fauna.

„Das Land mit seinen wunderschönen Inseln, seiner unglaublichen Schönheit und Natur hat mich berührt, wie kein anderes Reiseziel zuvor.“

EB: Vielen lieben Dank für deine Zeit, deinen Einsatz und dein Engagement. Das ist nicht selbstverständlich. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass du diese Partnerschaft mit uns eingegangen bist.

Anina: Ich freue mich auch, ganz fest! Danke, dass ich Teil von Emerald sein darf. Es ist immer schön, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die dieselben Werte teilen.


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