Mai 31, 2020 6 min. Lesezeit

“Haustiere machen uns menschlicher. Sie erinnern uns daran, dass wir eine Verpflichtung und Verantwortung haben, jedes Leben zu erhalten, zu pflegen und zu fördern.“

(James Cromwell, American Actor)

Seit Tausenden von Jahren sind sie aus dem Leben der Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie bringen uns zum Lachen, sind unsere treuesten Freunde und halten uns auf Trab. Deshalb haben sie in unseren Herzen einen ganz besonderen Platz. Die Rede ist natürlich von unseren Haustieren. Und weil wir unsere vierbeinigen Freunde so lieben, möchten wir von EMERALD BERLIN Euch diese Woche das Projekt des Vereins Hearts4Paws vorstellen, der sich ganz der Rettung von Tieren in Not widmet.

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, sagte einmal Loriot – einer der großartigsten deutschen Komiker und bekennender Mops-Liebhaber. „Möpse sind mit Hunden nicht zu vergleichen. Sie vereinigen die Vorzüge von Kindern, Katzen, Fröschen und Mäusen“ schrieb er in seiner Biographie „Möpse & Menschen“. Lol.

Loriot‘s Bonmot ist natürlich auf jedes andere Haustier übertragbar. Ob Hund oder Katze, Haustiere nehmen in unserem Leben einen ganz besonderen Platz ein – nicht selten sogar den besten Platz: im Körbchen vor dem warmen Kamin oder direkt am Fußende des Bettes. Diejenigen unter Euch, die bereits zu den Glücklichen gehören und einen Freund auf vier Pfoten haben, werden das sicher bestätigen können.

Ich habe schon oft davon geträumt, auch einen Hundefreund zu haben – vielleicht einen Beagle oder einen Corgi. Leider hat mir der Vermieter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Alles was mir daher übrig bleibt, ist mit den niedlichen Hunden meiner Freunde im Grünen herumzutoben, ihnen Frisbees, Stöcke und vollgesabberte Tennisbälle zuzuwerfen oder es zu genießen, wenn die Katze meiner Nachbarin sich mit einem dumpfen Schnurren dafür bedankt, wenn man sie hinter den Ohren krault. Ich könnte das stundenlang machen, ehrlich…

Des Menschen bester Freund

Wie unglaublich menschlich diese wundervollen Wesen doch sind, das sieht man auch an den zahllosen Memes von Hunden und Katzen, die einen jeden Tag im Instagram-feed zum Lachen bringen – cuteness-overload! Und wusstest Du eigentlich, dass ausgewachsene Katzen nur miauen, um mit uns Menschen zu kommunizieren? Das hat wohl in der Vergangenheit ganz gut funktioniert. Wer eine Katze oder einen Kater hat, der lernt schnell, ihr oder ihm alle Wünsche von den Lippen abzulesen. Und natürlich stimmt es nicht: Du „hast“ keine Katze – die Katze hat Dich…

Fakt ist: die Anwesenheit von Hunden und Katzen kann Wunder wirken. Nicht nur kriegen Hundebesitzer (logischerweise) mehr Auslauf und frische Luft, auch physiologisch und mental wirken sich Haustiere enorm positiv auf unser Wohlbefinden aus. Studien zeigen, dass Haustierbesitzer insgesamt glücklicher und gesünder sind, weil das Spielen mit Haustieren unsere Dopamin- und Serotonin-Ausschüttung ankurbelt und dabei hilft, Stress abzubauen.

Aber was noch viel wichtiger ist: Haustiere machen, dass wir uns gebraucht und geliebt fühlen. Die berühmte britische Schriftstellerin George Elliot hat es auf den Punkt gebracht: „Tiere sind so angenehme Freunde – sie stellen keine Fragen, sie üben keine Kritik“. Einen treuen Freund zu haben, der einen bedingungslos liebt und versteht und sich immer auf einen freut, wenn man nach Hause kommt, das kann einen auch in schwierigen Zeiten wirklich aufbauen. Zum Beispiel in Zeiten des „social distancing“ – Na, Ihr wisst schon...

Das Erbe des Diktators

Leider geht es unseren vierbeinigen Freunden nicht überall so gut wie hier in Deutschland. In anderen Ländern ist das Leid der Tiere ein riesiges Problem, denn es gibt einfach so viele von ihnen. Und eine große Zahl lebt sogar auf der Straße, ohne jemanden, der sich kümmert. Und umso mehr sich die Tiere auf der Straße vermehren, umso größer wird das Leid. An manchen Orten ist diese Situation ziemlich außer Kontrolle geraten.

So etwa in Rumänien, wo das Problem seit Jahrzehnten bekannt ist. Dort soll es nach Schätzungen heute zwischen drei und sechs Millionen Straßenhunde geben. Etwa 100.000 davon leben alleine in der Hauptstadt Bukarest. Wie das sein kann? Der „Dank“ gebührt einem gewissen Herrn Nicolae Ceaușescu. Das war zwischen 1965 und 1989 der kommunistische Diktator Rumäniens. Er ließ zahllose Wohnblocks in den Städten Rumäniens aus dem Boden stampfen, was zu einer Art Landflucht der jüngeren und mobileren Menschen führte. Doch in den Wohnblocks war kein Platz mehr für die Tiere, weshalb viele von ihnen einfach ausgesetzt wurden.

Die Folge war eine unkontrollierte Vermehrung streunender Hunde und Katzen. Wie man dem Problem Herr werden wollte? Durch gezielte „Säuberungsaktionen“ bei denen Tiere gefangen, eingesperrt und qualvoll getötet wurden. Das ging über viele Jahre so, wurde zum Geschäftsmodell, auch gegen den Protest der Bevölkerung und prominenter Persönlichkeiten wie Brigitte Bardot, die damals mehrere Protestbriefe an die Regierung Rumäniens schrieb.

Ein Herz für vier Pfoten

Als Sonja, die Gründerin des Vereins Hearts4Paws e.V., 2017 die Situation der Tiere dort zum ersten Mal mit eigenen Augen sah, war sie schockiert:

„Die Tränen flossen und ich hatte keine Kontrolle mehr über meine Emotionen. In Deutschland habe ich bisher nichts Vergleichbares gesehen. Am liebsten würde ich allen Tieren helfen.“

Seit diesem Tag kämpft Sonja für ein würdevolles Leben der Vierbeiner. Ihr Verein vermittelt Hunde und Katzen, die ganz dringend ein neues Zuhause brauchen und fungiert dabei als Vermittler. Im rumänischen Cosoba arbeitet Hearts4Paws mit der OneRescue Association zusammen, die schon vor Jahren eine Auffangstation für allein gelassene, kranke oder verletzte Tiere eingerichtet hat. Für viele von ihnen war es die letzte Rettung vor dem sicheren Tod.

Anfang 2017 zog Sonja nach Bukarest und nahm gemeinsam mit der rumänischen Tierärztin Dr. Adina Vladut, der Gründerin der OneRescue Association, die Arbeit auf. Rund 350 Hunde und 150 Katzen sind in der Auffangstation ständig zu versorgen. Das kostet Kraft, und Zeit, und natürlich auch eine Menge Geld. Für Sonja und Ihr Team ist ihre Arbeit oft auch eine große seelische Belastung.

Sonja und 16 weitere engagierte junge Frauen begleiten jeden Schritt der Tiere in Cosoba von der Rettung bis zur Adoption. Ein würdiges Leben für die pelzigen Freunde, das ist ihr großes Ziel. Leider können nur die wenigsten Tiere zeitnah vermittelt werden und für viele kommt jede Hilfe zu spät…

Leben retten

Bei der Vermittlung gehen Sonja und Ihre Kolleginnen ganz besonders behutsam vor. Menschen, die sich ernsthaft für eine Adoption interessieren, können sich mit einer Selbstauskunft bewerben – die Entscheidung fällt immer im Sinne des Tieres. Dem Team von Hearts4Paws ist es besonders wichtig, dass die Adoption eine „wohlüberlegte und gut vorbereitete Entscheidung“ ist. „Schließlich soll das Tier für den Rest seines Lebens ein Teil der Familie, ein Partner, sein.“

Was Ihr tun könnt, um Sonja und Ihrem Team zu helfen? Zum Glück eine ganze Menge: zuerst einmal könnt Ihr für viele weitere Informationen die Webseite hearts4paws-ev.de besuchen und ihren Kanal auf Instagram abonnieren. Indem Ihr vielen Menschen von diesem Projekt erzählt und deren Beiträge teilt, helft Ihr schon sehr dabei, mehr Aufmerksamkeit für die wichtige Arbeit des Vereins zu erzeugen.

Der Verein freut sich natürlich immer über Spenden und über Menschen, die gerne eine Patenschaft für ein Tier übernehmen möchten. Wer sich dafür entscheidet, einem Hund oder einer Katze ein neues Zuhause zu geben, der sollte für die Details unbedingt die Webseite besuchen.

Tagträume von Dir

Die neue Kollektion von EMERALD BERLIN zu Gunsten des Vereins Hearts4Paws e.V. wurde übrigens von einer ganz besonderen jungen Frau entworfen. Patty, die unter dem Namen bohemian_daydreamer fast 65 Tausend Instagram-Abonnenten mit sinnlichem Content versorgt, ist selbst eine Katzenmama und engagiert sich aktiv für das Thema Tierschutz. Ein Besuch auf Ihrem Kanal lohnt sich immer! (Pssst: nächste Woche lest Ihr auf diesem Blog auch ein Interview mit Ihr. Ihr wollt Ihr eine besondere Frage stellen? Schreibt sie hier in die Kommentare!)

Die Kollektion trägt den Namen Bohemian_Daydreamer x Hearts4Paws und soll den Verein und dessen großartige Arbeit würdigen und bekannter machen. Helft uns dabei: Alle Kleidungsstücke der Kollektion findet Ihr auf unserer Webseite. 

Zeigt euren Support für die Arbeit der Organisation und tragt Ihre Botschaft in die Welt. So können noch mehr Menschen von der Arbeit des Vereins erfahren und noch mehr Tiere haben eine Chance auf ein warmes Plätzchen in einem neuen Zuhause.

Wir danke Euch für Eure Unterstützung!


Der Autor dieses Blog-Artikels ist Marc Dassen. Du möchtest Ihm eine Rückmeldung geben oder hast eine Frage? Schreibe Ihm gerne via marc@emerald-berlin.com.


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