März 08, 2020 6 min. Lesezeit

„Unser ganzes Leben lang suchen wir nach unserem Zuhause, und wenn wir Glück haben, dann finden wir es in der Umarmung eines geliebten Menschen. Ich denke das ist es, was es heißt zu leben – nach Hause kommen.“

(Anita Krizzan)

Das beste Gefühl der Welt: nach Hause kommen zu deiner Familie, deinen Freunden, deinen Lieben. Unvergleichlich. Hier kannst Du wirklich Du selbst sein, locker lassen, entspannen, runterkommen. Du musst dich hier nicht rechtfertigen, statt Stress nur Liebe und Verständnis, und Seelenfrieden. Ein Artikel über den einzig wahren place to be, über dessen heilende Kräfte und über jene, die Zuhause sein am meisten vermissen.

Zuhause – vielen unter Euch besser bekannt als der Ort wo Ihr in Jogginghosen rumlaufen, leere Pizzakartons sammeln und dieses „Netflix & chill“-Ding machen könnt – ist wohl die absolute top location Eures Lebens. Und mehr noch: Euer Zuhause ist sozusagen ein Spiegelbild Eurer selbst. Zeig mir Deine Wohnung und ich sag Dir wer Du bist!

Und ob Euer Zuhause für Euch nun eine Festung ist oder nur der Platz zum crashen, wo sich das benutzte Geschirr stapelt, da ist dennoch immer ein wenig Magie im nach Hause kommen – wo immer das sein mag. Wann habt Ihr das zum letzten Mal so richtig gefühlt? Vielleicht ward Ihr im Urlaub, seid für eine Zeit beruflich gereist, habt ein Auslandssemester gemacht oder einfach nur einfach nur mal wieder die Nacht zum Tag gemacht. Egal was es auch war, dass euch von diesem besonderen Ort ferngehalten hat, habt Ihr einmal die Türschwelle überquert seid Ihr da – wo Ihr wirklich hingehört. 

Was ist Zuhause für Dich? Was ist es an deinem Zuhause, dass dich die Welt da draußen vergessen lässt? Ist es ein geliebter Mensch, der auf Dich wartet? Ist es der gute Geruch? Deine bequeme Couch? Die sanfte Berührung deiner geliebten Katze, leise miaut wenn Du hereinkommst? Erzähl uns alles darüber, was an deinem Zuhause so magisch ist in den Kommentaren!

Ganz egal was dafür sorgt, dass Du dich so zu Hause fühlst – eine Sache ist sicher: ein Leben ohne Zuhause ist zwar möglich, aber sinnlos. (Grüße gehen raus an alle, die dauernd unterwegs sind und mit Hotelbetten und Air bnb-Appartements zurechtkommen müssen. Bleibt stark!) Denn jeder braucht einen Ort, wo er sich sicher fühlen und sich wieder aufladen kann. (Sich und das Smartphone natürlich)

Wir alle wissen: weggehen tut weh, und für immer zu gehen, oft noch mehr. Sein Zuhause zu verlieren, davor wegzulaufen, zum Fliehen gezwungen werden, das ist der Stoff, aus dem Alpträume sind. Man könnte argumentieren, dass der Wert der Heimat in unseren Tagen aufgrund der weltpolitischen Lage noch deutlich wichtiger geworden ist. Zuhause ist, wo das Herz ist? Was klingt wie ein Wand-Tattoo oder ein Zitat aus einem IKEA-Katalog ist tatsächlich viel tiefgründiger als es den Anschein hat.

Wo ist die Liebe?

Mehr als 8 Milliarden Menschen leben auf diesem Planeten. Und nach Angaben der Charity-Organisation Habitat for Humanity haben fast 1,6 Milliarden davon keinen Ort den sie Zuhause nennen können – weil sie auf der Straße leben, in Wohnheimen für Obdachlose oder in Wohnprojekten für Asylbewerber. Das entspricht der gesamten Bevölkerung in Deutschland (80 Millionen) mal Zwanzig!

Gott sei Dank ist Obdachlosigkeit kein Erste-Welt-Problem, richtig? Falsch! Auch in Deutschland steigen die Zahlen verglichen mit anderen Industrieländern rapide an. Ungefähr 650.000 Menschen in Deutschland sind heute davon betroffen – und fast die Hälfte von Ihnen sind Asylbewerber, die immer noch in Containern und Wohnprojekten leben müssen. Die Zahlen stammen von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), die diese im November 2019 veröffentlichte. In 2016 lag die Zahl der Wohnungslosen – aufgrund der damals noch höheren Asylanträge – bei fast 860.000.

Schätzungen zu Folge sind wirklich obdachlos in Deutschland etwa 50.000 Männer und Frauen. So viele Menschen schlafen in unsrem Land tatsächlich unter Brücken, in U-Bahnhöfen, Parks und unter bewölktem Himmel. Die Dunkelziffer mag aber noch größer sein da viele Obdachlose gar nicht registriert sind. Eingerechnet in die oben genannte Zahl: 9.000 Kinder und junge Erwachsene, die sich irgendwie durchschlagen müssen, ohne dass sich jemand um sie kümmert. International sind es sogar rund 100 Millionen Kinder, die den Großteil Ihres Lebens auf der Straße verbringen. Ein Drittel von Ihnen lebt sogar dauerhaft ohne Eltern und Dach über dem Kopf wie die NGO Terre des Hommes schätzt.

Go home! Say what?

Es ist komisch: manchmal sieht man den wirklichen Wert einer Sache erst dann, wenn man anfängt, sie zu vermissen, denkt Ihr nicht auch? Wie gut fühlt es sich an, nach einer langen Reise endlich nach Hause zu kommen? Wahrscheinlich ungefähr so gut wie ein riesiges Stück Kuchen schmeckt nach einer langen Low-Larb-Diät. Da steckt einfach etwas magisches (und süßes) drin.

Doch das Zuhause ist weit mehr als nur das Dach über dem Kopf oder die Einrichtung deiner Wohnung – es ist auch deine Stadt, deine Clique, deine Nachbarschaft, deine Familie, deine Kultur und dein Land. Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap unter Deutschen fand 2015 heraus: 9 von 10 empfinden „Heimat“ als etwas besonders Wichtiges. Und die meisten von ihnen definieren Heimat auch weniger als einen Ort und viel mehr als Ihr Netz sozialer Beziehungen. Eine Untersuchung von Statista aus 2017 unterstreicht diese Erkenntnisse: 45% der Befragten gaben an, dass Heimat nicht ohne Familie und Freunde gedacht werden kann. Es ist das Gefühl von Sicherheit, ein sich willkommen und beschützt fühlen, das am meisten zählt – egal wo man gerade ist.

Fun fact: in Deutschland leben aktuell nur 6% der Menschen da wo sie geboren wurden wie eine repräsentative Umfrage der Ahnenforschungswebseite ancestry.com letztes Jahr herausfand. Und nein, keine Sorge, die wollen (noch) nicht alle nach Berlin ziehen. Diese schöne neue Welt, oder? Sie macht uns alle ein bisschen zu Nomaden. Möglichkeiten und Angebote überall, Chancen, die man ergreifen, Menschen, denen man folgen will und Liebe, die einen zum Umziehen bewegt – alle diese Dinge führen dazu, dass wir unser Zuhause tatsächlich als den Ort verstehen, wo unser Herz ist, und eben nicht so sehr als einen begrenzte Region oder Stadt.

Die Heilkräfte der Heimat

Die Heimat ist natürlich nicht nur in Fragen des Herzens sehr wichtig, sondern auch mit Bezug auf die Gesundheit. Viele wissenschaftliche Studien haben in den vergangenen Jahren die Effekte der Umgebung auf Heilungsprozesse untersucht. Dinge wie die akustischen und visuellen Eigenschaften von Krankenhäusern spielen zum Beispiel eine große Rolle, Formen, Farben und Gerüche ebenfalls. Kurz: deine Umgebung spielt eine Schlüsselrolle bei einer erfolgreichen Therapie oder Behandlung und wirkt sich aus auf den Genesungsprozess. 

Das gilt sogar für Deine eigenen vier Wände, wo Du selbst eine Menge tun kannst, um den Wohlbefinden zu verbessern. Ein paar Tipps zum Mitnehmen: wähle warme Erdtöne als Umgebungsfarben, minimiere Stressfaktoren wie störende Geräusche, grelles Licht, Unordnung, lasse regelmäßig mal frische Luft und die Sonne herein, umgib dich mit vielen Pflanzen und stimuliere deine Sinne mit liebevollen Dekorationen und guten Gerüchen.

Was wäre aber, wenn du mal krank bist – also so richtig krank – und das Krankenhaus nicht verlassen kannst? Für viele Menschen ist das ein echtes Problem und eine ziemliche Belastung. Im Normalfall geht diese Zeit irgendwann vorbei und Patienten können mit der Situation natürlich deutlich besser fertig werden, wenn sie regelmäßig von Angehörigen oder Freunden besucht werden. Krankenbetten, Krankenhausessen, Heimweh – würde Dich das nicht auch krank machen? 

Unglücklicherweise gibt es viele unheilbar kranke Menschen in Deutschland und weltweit, die sich mit dem Gedanken beschäftigen müssen, nie wieder nach Hause zurückkehren zu können. Krebspatienten zum Beispiel, von denen manche in späten Stadien einfach nur noch Wochen oder Tage zu leben haben, vermissen ihr Zuhause wohl mehr als alles andere.

Valentinas letzter Wunsch

Als EMERALD BERLIN zum ersten Mal von Valentinas Geschichte hörte, hat uns das sofort inspiriert, hier unsere Unterstützung zu zeigen. Da war dieses 12-jährige Mädchen. Und auf den Fotos, die wir sahen, lächelte Sie so breit in die Kamera. Kaum ein Teenager, wurde bei Valentina ein hochaggressiver Knochentumor entdeckt. Und dennoch konnte Ihr niemand Ihr Lächeln nehmen. Sie wurde nur 13 Jahre alt und musste am Ende Ihres Lebens im Krankenhaus bleiben, da sie nur dort die nötige Behandlung erhalten konnte. Doch wisst Ihr was? Sie vermisste Ihr Zuhause – so sehr.

Dies ist der Grund, warum Valentinas Eltern eine Stiftung in Ihrem Namen gegründet haben, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unheilbar kranken Kindern die bestmögliche medizinische Versorgung und Betreuung am Ende Ihres Lebens zu ermöglichen – und zwar von Zuhause aus. Das heißt, dass die Stiftung alles tut, damit diese Kinder in den letzten Wochen Ihres Lebens dort sein können, wo sie am liebsten sind. Mehr über dieses Projekt findest Du auf unserer Webseite!

Gemeinsam mit der Stiftung Valentina möchte auch EMERALD BERLIN ein Leuchtfeuer für kranke Kinder entfachen und damit dieses Projekt weithin bekannt und sichtbar machen. Mit unserer EMERALD BERLIN x VALENTINA-Kollektion haben wir gezeigt, was Statement-fashion wirklich bedeutet: nämlich eine Botschaft der Hoffnung und Freude in die Welt zu tragen, die den Schmerz der Betroffenen ein bisschen weniger qualvoll macht. Möchtest Du auch Teil dieser Bewegung werden und kranken Kindern zeigen, dass sie nicht allein sind? Dann zeig deine Unterstützung und verbreite die Botschaft bei deinen Freunden, deiner Familie und auf Social-Media.

Erzähl uns in den Kommentaren, wie wichtig dein Zuhause für Dich ist und teile deine Geschichte mit uns auf Instagram mit dem Hashtag #homesick und dem mention @emeraldberlin.

Der Autor dieses Blog-Artikels ist Marc Dassen. Du möchtest Ihm eine Rückmeldung geben oder hast eine Frage? Schreibe Ihm gerne via marc@emerald-berlin.com.


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