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September 20, 2019 4 min. Lesezeit

Momentan geht es überall um Plastik. Egal wohin man schaut. Sogar die Bundesregierung spricht darüber in einer Werbekampagne, die sich über ganz Berlin erstreckt. Groß zu lesen ist darauf, dass wir bald weniger für unser Geld bekommen. Weniger Plastik. Und während ich täglich an mindestens einer dieser Werbetafeln vorbeilaufe, frage ich mich immer öfter, wer eigentlich die Verantwortung für all das Plastik in unserer Welt trägt und warum es einem eigentlich bisher so unglaublich schwer gemacht wird darauf zu verzichten.

Im gleichen Moment frage ich mich jedoch auch, ob das wirklich so stimmt. Gibt es aktuell keine Möglichkeit dem auszuweichen oder liegt es eventuell an unserer unendlichen Bequemlichkeit selbst dann den kürzeren und flacheren Weg zu gehen, selbst wenn wir wissen, dass er deutlich gefährlicher ist als der hügelige lange Weg, der uns sicher ans Ziel führen würde?

Seit dieser Woche steht fest, dass sich auch gesetzlich etwas verändern wird. Das Verbot von Einweg-Plastik ist beschlossene Sache. Doch auch erst in zwei Jahren. Und auch nur für die Artikel, für die es bessere Alternativen gibt wie z.B. Essgeschirr, Trinkhalme, Wattestäbchen, Luftballonhalterungen und Cocktail-Rührstäbchen. Man geht aktuell davon aus, dass diese Artikel aktuell 70% des in den Meeren schwimmenden Plastiks ausmachen. In Europa beträgt der Anteil 43%. Aber was ist mit den anderen 30% bzw. 57%? Sind die dann nicht mehr gefährlich?

Ich selbst bin manchmal sehr bequem. Ich gehe immer zum gleichen Supermarkt. Nicht, weil ich diesen besonders gerne mag. Ganz im Gegenteil. Aber er ist nah und ich kann meine Einkäufe auf dem Weg nach Hause erledigen.

Dort angekommen folge ich einer strikten Einkaufsroutine. Fast immer landen die gleichen Lebensmittel in meinem Einkaufskorb. Viel Obst und Gemüse, etwas Käse, manchmal Brot hin und wieder Dinge die ich nachkaufen muss.

Und immer wieder ende ich Zuhause damit, Produkte auszupacken und die Verpackungen zu entsorgen. Dabei gäbe es einige der Lebensmittel die ich kaufe auch in fast jedem Supermarkt unverpackt. Orangen und Tomaten zum Beispiel. Und obwohl ich bei vielen Dingen schon sehr genau darauf achte die nachhaltige Variante zu wählen, kaufe ich im Supermarkt nach wie vor oft die verpackten Produkte.

Aber woran liegt das und brauchen wir wirklich ein Gesetzt, dass wir mehr auf unseren Konsum achten?

Wir gehen oft davon aus, dass alle Menschen eine ähnliche Einstellung haben sollten wie wir und der Verzicht auf Plastik von daher doch ganz einfach sein sollte. Dabei vergessen wir jedoch oft, dass es schon alleine soziale Unterschiede in unserer Gesellschaft gibt, die oft zu unterschiedlichen Denk- und Verhaltensmustern führen.

Wenn ich mir Sorgen darüber machen muss meinen Kindern womöglich nur das Nötigste kaufen zu können, ist der Gedanke an einen plastikfreien Einkauf oft vielleicht nicht der Erste.
Vielmehr steht bei vielen Menschen das beste Preis-Leistungsverhältnis im Mittelpunkt. Und da die Nachfrage das Angebot bestimmt, kann man die Verpackung in Plastik wohl als Teufelskreis bezeichnen. Das Gleiche gilt auch für (zu)günstiges Fleisch und Eier aus Legebatterien. Hier liegt es also nicht unbedingt an der Aufklärung, sondern ganz klar am Angebot. Gesetzliche Regulierungen für Unternehmen sind deshalb unabdingbar, um eine wirkliche Veränderung zu schaffen.

Meinen Konsum kann ich jedoch dadurch nicht rechtfertigen. Wodurch also dann? Wahrscheinlich wäre es am realistischsten Faulheit und Verdrängung als Gründe anzuführen. Aber ist es wirklich so einfach? – Ja. Ich denke es ist so einfach. Gepaart mit Gewohnheit. Und der einzige Weg dieses Verhalten loszuwerden, ist sich permanent daran zu erinnern, dass es andere Möglichkeiten gibt und Schritt für Schritt neue Gewohnheiten zu schaffen.

Die staatlichen Regulierungen und Verbote haben also zum einen den Vorteil, dass weniger Produkte in den Markt gelangen die Nachgefragt werden können, als auch das Bewusstsein der Konsumenten zu schärfen, die bisher aus anderen Gründen noch nicht ausreichend auf ihr Verhalten achten.

Die staatlichen Regulierungen sollten jedoch nur ein kleiner Anfang sein. Viele Produkte wird es nämlich auch weiterhin geben. Und hier liegt es eben vielleicht dann doch an uns, den Markt dafür so klein wie möglich zu halten und so eventuell zum Umdenken der Anbieter anzuregen. Manchmal sind es schon Kleinigkeiten die viel bewegen können wie z.B. das Ersetzen von Wattepads zum Abschminken durch waschbare Pads oder zumindest die nachhaltige Variante, aus organischer Baumwolle, zu kaufen. Klingt einfach? Ist es auch.

Niemand muss 2 Jahre warten um an seinem Verhalten bereits heute etwas zu verändern. Wattestäbchen gibt es auch aus Papier. Meistens stehen diese sogar direkt neben denen aus Plastik. Essgeschirr gibt es auch 100% kompostierbar. Bunte glänzende Drucke sind oft ein Zeichen dafür, dass sie mit Plastik behandelt wurden. Und wenn wir mal ehrlich sind, sieht man die doch eh nur, wenn die Teller noch unberührt neben dem Buffet stehen.

Zusätzlich zu den neuen Verboten hat sich das Parlament auch auf eine verbindliche Recyclingquote geeinigt. 90% aller Einweg-Plastikflaschen sollen so bis 2025 in der EU recycelt werden. Die noch erlaubten Einwegplastikartikel sollen deutlich teurer werden und auch so die Nachfrage geschmälert werden.

Einige Supermärkte bieten in letzter Zeit vermehrt Bio-Plastik-Tüten für Obst und Gemüse an. Diese bestehen zum Teil aus Mais und zersetzen sich unter Licht und Sauerstoff schnell in Mikroplastikpartikel. Diese sind jedoch nicht unbedingt minder problematisch, da es insbesondere Mikroplastik ist, dass besonders umweltbelastend ist. Es geht also nicht nur um den Austausch einiger Produkte, sondern auf den wirklichen Verzicht. Zumindest bis wirkliche Alternativen gefunden wurden. Deshalb stehen auch Bio-Plastik-Tüten auf der Liste der Artikel die ab 2021 verboten werden sollen.

Für alle die es noch ein bisschen genauer wissen möchten, hat die Verbraucherzentrale das Thema übersichtlich aufbereitet. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/gesetzliche-regeln-eu-verbietet-einwegplastik-7022

Ich werde in jedem Fall versuchen in Zukunft noch mehr auf meine Gewohnheiten zu achten und hoffentlich bald noch ein bisschen weniger Produkte mit Plastikverpackungen nutzen, als aktuell schon. Was wäre ein neues Jahr auch ohne gute Vorsätze? Besser als jede Diät ist dieser allemal. Auch wenn wir ebenfalls in Kilos abrechnen. Und das Beste ist, man muss auch nicht bei 0 anfangen, wenn man mal einen Tag hatte, an dem es eben nicht so gut geklappt hat.

Übrigens unterstützen wir mit Emerald Berlin auch ein wundervolles Projekt zum Thema Plastikrecycling. Growing seeds of Africacheckt das Projekt aus, wenn ihr mehr über ihre tolle Arbeit lernen möchtet. 


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