September 20, 2019 2 min. Lesezeit

Manchmal müssen wir im Leben harte Zeiten durchmachen. Und wer kennt nicht das Gefühl, dabei an etwas zu denken, worüber man lachen kann?

Der heutige Blog-Beitrag stammt von Isabel, die nach dem Tod ihrer kleinen Schwester mit ihrer Familie die Stiftung Valentina gegründet hat.

Danke liebe Isabel, dass du Valentinas Geschichte mit uns teilst und uns zeigst, wie wichtig es ist, auch in schwierigen Zeiten so glücklich wie möglich zu sein.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ – diesen Spruch kennt wohl jeder. Aber was ist, wenn das „trotzdem“ ein lebensbedrohlicher Tumor ist? So war das für meine kleine Schwester Valentina, die im Alter von 12 Jahren plötzlich mit einem hoch aggressiven Knochentumor diagnostiziert wurde. Von heute auf morgen war Valentinas Leben als normales, zwölfjähriges Schulkind vorbei. Ohne Vorwarnung und ohne Ausweg – ein absoluter Schicksalsschlag, an dem man verzweifeln und zerbrechen könnte.

Aber Valentina lachte trotzdem.

Sie gab ihrem Tumor einen Namen – er hieß Hugo. Dann begann sie, voller Positivität und Lebenslust mit aller Kraft gegen Hugo anzukämpfen. Dabei blieb sie immer fröhlich, lustig und sich selbst treu – bis zu ihrem letzten Atemzug. Sie machte Witze mit Ärzten und Schwestern, wollte kein Mitleid und kümmerte sich darum, dass es allen gut ging. Wenn ich aus Berlin zu Besuch kam und Valentina vor meiner Ankunft ins Krankenhaus musste, bereitete sie kleine Willkommensgeschenke für mich vor, um mir eine Freude zu machen. Zum Geburtstag unserer Mutter (zwei Tage vor Valentinas Tod) malte sie als Überraschung im Krankenhaus ein paar schöne Bilder. Und obwohl wir unser letztes gemeinsames Weihnachten zum Teil im Krankenhaus feiern mussten, nähte Valentina davor noch zwei Pullover als Weihnachtsgeschenke für meine Mutter und mich.

Valentina wollte immer normal sein – doch sie war etwas ganz Besonderes. Sie war voller Liebe, Lebensfreude und Dankbarkeit, die sie mit allen um sie herum teilte. Durch diese Fröhlichkeit und Wertschätzung des Lebens bekam sie immer mehr Freunde, die ihr den Rücken stärkten und sie tief ins Herz schlossen. Denn es war eine reine Freude und ein großes Geschenk, mit Valentina Zeit zu verbringen.

Als Valentina die Therapie abbrechen musste und ihre Überlebenschancen auf 1% sanken, wünschte sie sich einen kleinen Kaktus. Sie fand, er hatte die selbe Frisur wie sie, da ihr nach der Chemotherapie langsam die Haare wieder nachwuchsen.

Dieser Kaktus wurde zum Logo der Stiftung Valentina, die meine Familie und ich nach Valentinas Tod gründeten. Mit dieser Stiftung wollen wir die Positivität und Lebensfreude weitertragen, die Valentina uns vorgelebt hat. So unterstützen wir jetzt in ihrem Namen andere schwerstkranke Kinder und deren Familien und helfen ihnen dabei, bis zum Ende eine größtmögliche Lebensqualität zu bewahren. Denn Valentina hat uns gezeigt, dass nichts höher zu schätzen ist als der Wert eine jeden Tages.


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