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September 20, 2019 8 min. Lesezeit

Ihr habt Fragen gestellt, wir haben geantwortet. Alles was ihr zum Thema Entrepreneurship wissen wolltet.

Schon viel zu lange gab es keinen Blogbeitrag mehr hier auf Emerald Berlin, obwohl wir uns eigentlich vorgenommen haben, euch jede Woche ein neues spannendes Thema vorzustellen.

In den letzten Wochen ist unglaublich viel bei uns passiert. Vieles davon werdet ihr in den nächsten Wochen und Monaten sehen und miterleben können.

Nach nun 9 Monaten, sind wir noch lange nicht da, wo wir sein wollen, aber doch schon ein ganzes Stück weiter. Und das haben wir zu einem sehr großen Anteil auch eurer Unterstützung zu verdanken.

Ich glaube, wir haben das schon ein paar Mal gesagt, aber es macht uns immer wieder sehr stolz.

Nun aber wirklich zu euren Fragen zum Thema Entrepreneurship, die ihr uns über Instagram gestellt habt. Wir haben beschlossen, dass es wohl am sinnvollsten ist, diese nachlesen in einem Blogbeitrag für euch zusammenzufassen. Wir haben versucht die Fragen möglichst unverändert stehen zu lassen aber dennoch etwas zu bündeln.

Natürlich beantworten wir hier alle Fragen aus unserer ganz persönlichen Perspektive heraus und mit dem Hintergrundwissen und Erfahrungen, welche wir hier bei uns im Unternehmen gemacht haben. Andere Gründer würden euch eventuell ganz andere Antworten geben. Ihr solltet unsere Antworten deshalb lediglich als Inspiration, niemals aber als ultimativ oder gegeben ansehen.

Falls ihr weitere Fragen habt, schreibt uns gerne an.

So jetzt geht’s aber auch wirklich los.

  • 1. Ist es schwierig ein Unternehmen zu gründen?

Ich glaube keine Frage wird mir öfter gestellt als diese. Deshalb habe ich sie auch als Eingangsfrage gewählt. Und ich muss sagen, auch wenn mir diese Frage immer wieder gestellt wird, eine richtig perfekte Antwort habe ich darauf nicht. Ich könnte jetzt Ja sagen, denn betrachtet man nur den Aufwand der Gründung, dann ist es das in jedem Fall. Was es oft schwierig macht ist unser Kopf. Eine Unternehmensgründung ist mit keinem normalen Job zu vergleichen. Und tatsächlich auch gar nicht so einfach zu beschreiben. Jemand sehr schlaues hat mir mal gesagt, dass er seine Gründungen bisher immer als Achterbahn empfunden hat. Und ich kann dem nur zustimmen. Es ist die emotionalste Achterbahnfahrt, die ich je erlebt habe. Ständig hat man das Gefühl hier und da noch was verändern zu wollen, oft schläft man nicht und macht sich Sorgen ob man wohl am nächsten Tag noch das machen kann, was einen gerade so glücklich macht. Von außen erhält man Feedback jeder Art und auch das ist manchmal auch gar nicht so einfach einzuordnen. Allem in allem ist es eine wirklich großartige Erfahrung. Ob es für einen persönlich also leicht oder schwer ist, muss wohl jeder für sich selbst beantworten.

  • 2. Ist eine Unternehmensgründung als Frau wirklich schwieriger und lohnt sich das überhaupt?

Die Gründung ist auf keinen Fall schwieriger. Bei allem was danach kommt, gibt es in jedem Fall Ungleichheiten, dazu gleich nochmal mehr, aber die Gründung an sich ist für uns gleich. Und ob es sich lohnt? JA!

  • 3. Wie sieht das mit Funding wirklich aus, wenn man eine Frau ist?

Auch hier gibt es wohl keine Masterantwort. Glaubt man den Statistiken, dann geht daraus ganz klar hervor, dass es hier zu deutlichen Benachteiligungen kommt.

Generell gilt hier, wir leben in einem sehr privilegierten Land, in dem ganz viel möglich ist. Natürlich muss man an dieser Stelle aber auch noch einmal sagen, dass wir noch weit von dem entfernt sind, was man als wirkliche Gleichberechtigung beschreiben könnte. Und das ist nicht nur eine statistische- sondern auch eine gefühlte Wahrheit. Nichts desto trotz glaube ich, dass es zu einem großen Teil auch auf uns ankommt, wie wir damit umgehen. Für mich ist Gleichberechtigung schon immer etwas, dass ich aktiv einfordere. Weniger in ausführlichem Protest als vielmehr durch mein Verhalten im Alltag. Und auch bei meiner Unternehmensgründung habe ich mich nie durch Statistiken beirren lassen. Für mich war immer klar, dass ich alles erreichen kann, wenn ich es nur will. Und mit Sicherheit könnte der Weg einfacher sein. Oder kürzer und geebneter. Fakt ist aber, dass ich, wenn ich den Weg einmal gegangen bin, ihn für andere Frauen einfacher machen kann, in dem ich zeige, dass es niemals um Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft gehen sollte, sondern immer um die Leistung der einzelnen Person. Aber wenn ich die Frage in einem Satz beantworten müsste, dann würde ich sagen: Ja – es gibt hier absolut noch viel, was deutlich besser werden muss. Aber ich kenne auch einige Frauen, die es geschafft haben und damit erfolgreiche Unternehmen aufbauen konnten.

  • 4. Was ist eigentlich funding?

Wenn man viel mit Unternehmensgründern zu tun hat, dann ist Funding wohl das Wort, welches man nach Blockchain und Crypto am meisten hört. Funding beschreibt den Prozess der Unternehmensfinanzierung. Man unterscheidet hier um Beispiel zwischen

  • Eigenkapital – Z.B. Ersparnisse
  • Friends & Family Kapital- Private Kredite, welche die meisten Gründer für den Start nutzen.
  • Bankdarlehen – Kredite und Förderungen von Banken
  • Businessangel – Private Investoren, die in dein Unternehmen investieren wollen. Meistens sind auch das Investitionen die insbesondere am Anfang gerne getätigt werden, da durch das anfängliche schnelle Wachstum hier sehr gute Renditen erwirtschaftet werden können.
  • VC Capital – Finanzgesellschaften, die meistens hohe Summen investieren, Unternehmen schnell vergrößern wollen, um möglichst hohe Erträge zu erwirtschaften.
  • Unternehmensbeteiligungen – Manchmal sind es auch andere Unternehmen, die gerne Anteile an einem anderen Unternehmen haben möchten. Hierfür gibt es verschiedenste Gründe wie z.B. eine zu einem späteren Zeitpunkt geplante Übernahme, Kontrolle oder auch Diversifizierung.
  • 5. Was macht eine gute Gründerin aus?

Ich glaube auch hier kann man keine allgemein geltende Antwort geben. Ich habe mal gehört eine gute Gründerin/ ein guter Gründer ist jemand vor dem man Angst haben sollte, weil sie oder er den Markt überrollen wird. Im ersten Moment dachte ich mir „Was soll das denn“. Aber umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr erkenne ich in dieser Aussage etwas, dass ich durchaus bereit bin zu bestätigen. Und zwar, dass man einen starken Willen haben sollte, seiner Idee den nötigen Platz zu verschaffen. Denn tolle Produkte gibt es viele. Aber nur die, die auch gesehen werden, können überleben. Ich bin ein introvertierter Mensch. Ich muss einiges an Überwindung aufbringen, um mich in den Mittelpunkt meiner Idee zu stellen und ihr dadurch mehr Persönlichkeit zu geben. Aber, und das ist der Part den ihr meistens nicht direkt in unseren Storys etc. seht, versuche ich Emerald jeden Tag weiter nach vorne zu schubsen. Und ich glaube, wenn man nicht bereit ist das zu tun, dann ist Gründen vielleicht nicht unbedingt die naheliegendste Option. Aber auch hier gibt es sicher Beispiele, die zeigen, dass das keine Eigenschaft sein muss, die man haben sollte. Am Ende geht es glaube ich hauptsächlich darum: Hast du den Wunsch es zu tun? Bist du bereit auf einiges wie Geld und Freizeit in deinem Leben für eine ganze Weile zu verzichten? Dann go for it. Nein? Dann denke vielleicht noch mal darüber nach.

  • 6. Wieviel Startkapital sollte ich haben, um ein Unternehmen zu gründen?

Das kommt ganz auf deine Gründungsidee an. Ich empfehle immer, einen Businessfinanzplan zu machen. Hier gibt es zum Beispiel bei Gründer.com sehr gute Vorlagen, die es einem ermöglichen den Kapitalbedarf deiner Idee zu ermitteln.
Zusätzlich sollte man sich überlegen, wie man eventuell andere Techniken nutzen kann, um Budgetgerecht arbeiten zu können.

Wir arbeiten aktuell zum Beispiel mit einem existierenden Grundprodukt. Warum tun wir das? Weil wir von vorne herein ein sehr nachhaltiges Produkt verwenden wollten. Das ist jedoch in der Produktion extrem schwer und enorm kostenaufwendig. Zusätzlich kommen hohe Lagerhaltungskosten und logistische Herausforderungen hinzu, die wir uns nicht hätten leisten können. Unser jetziges Modell hat den Vorteil, dass wir euch direkt von Anfang an ganz viel Auswahl anbieten können, ohne Lieferengpässe befürchten zu müssen. Der Nachteil bei einem solchen Moment sind jedoch die Stückkosten, die deutlich über dem liegen, was durch eine eigene Produktion möglich wäre. Ihr seht, jede Medaille hat zwei Seiten. Man muss sich aber leider immer für eine entscheiden. Zumindest für den Start.

  • 7. Wie beginnt man, wenn man eine Idee hat?

Ich glaube der beste Weg um seine Idee zu „prüfen“ ist sich mit Freunden, Familie aber unbedingt auch fremden Menschen über die eigene Idee zu unterhalten. In vielen Städten gibt es Stammtische und Veranstaltungen verschiedenster Art bei denen ihr die Möglichkeit dazu habt. Sucht euch zum Beispiel auch Orte aus, wo ihr Gründer kennenlernen könnt, die eine ähnliche Richtung einschlagen wie ihr. In meinem Fall war das zum Beispiel Social Business (SocEnt).

Die meisten Ideen sind nicht von Anfang an perfekt. Deshalb finde ich es unglaublich wichtig, dass man alle Ideen und Einwände sammelt und versucht diese zu quantifizieren.

Im nächsten Schritt empfehle ich immer einen Brandworkshop zu machen und die wichtigsten Werte euer Brand zu erarbeiten. Ihr könnt euch hier Übungen Online heraussuchen oder auch an einem geführten Workshop teilnehmen. Wenn ihr hierzu Fragen habt, schreibt mir gerne, da ich regelmäßig Workshops dieser Art anbiete.

Am Ende solltet ihr folgendes haben:

Mission

Vision

Zielgruppe

Persona

USP

Markenwert

Markensäulen

Markenkern

Im Anschluss finde ich es besonders Hilfreich, sich an einen Businessplan zu setzen. Auch hier gibt es Vorlagen im Netz, die man als Gliederungsgrundlage nutzen kann. Der Businessplan zwingt einen dazu, sich wirklich mit allen Themen einer Gründung auseinander zu setzen.

Im Anschluss sollte eure Vorgründungsphase aktiv beginnen. Zu welchem Zeitpunkt ihr eurer Unternehmen tatsächlich am besten gründet, ist jedoch sehr davon abhängig, was ihr genau macht. In jedem Fall solltet ihr darauf achten, dass ihr erst gründet und dann Umsätze generiert. Auch welche Rechtsform ihr wählt, solltet ihr Individuell prüfen.
Ich hatte zu meiner Gründung verschiedenste Coachings. Und auch, wenn ich nicht jedes davon empfehlen kann, würde ich immer dazu raten. Denn wie oben schon kurz geschrieben – Gründen ist viel emotionaler, als man es sich vorstellen kann.

Auch hier gilt, dass nicht jedes Coaching das Richtige für jeden Menschen und jede Idee ist.

Ich hatte zum Beispiel eines mit der lieben Laura, die ich über Projekt Together vermittelt bekommen habe, die ausschließlich kostenlose Coachings an soziale Ideen vergeben.

  • 8. Ab wann sollte ich meinen Job kündigen?

Ganz einfach: In dem Moment, in dem du das Gefühl hast, das andere nicht mehr machen zu wollen / zu können und dich dazu in der Lage fühlst.

  • 9. Kann jeder ein Unternehmen gründen?

Ja. Jeder der es wirklich will.

  • 10. Wie lernt man andere Gründerinnen und Gründer kennen?

Meine Empfehlungen wären: Veranstaltungen, Stammtische, Netzwerke, Co-Workingspaces, Social Media. Sicher gib es noch einige weitere.

  • 11. Wie viele Team Mitglieder brauche ich für eine Unternehmensgründung?

Das kommt ganz auf eure Idee an. Ich habe Emerald alleine gegründet. Gleichzeitig hatte ich aber auch super viele Freunde, die bereit waren, mich zu unterstützen. Und das war wirklich extrem wichtig. Thomas kam nach ca. 6 Monaten dazu. Auch heute haben wir immer noch Hilfe von außen, buchen Freelancer und suchen weitere Team-Mitglieder.

Mein Learning war jedoch, dass ich im besten Fall nicht mehr alleine gründen würde. Nicht, weil man es nicht auch schaffen kann sondern weil es einfach angenehmer ist, all die Emotionen die man hat, mit jemandem zu teilen, der es 1:1 verstehen kann.

  • 12. Wie hoch ist der bürokratische Aufwand einer Gründung?

Auch das kommt auf eure Idee an. Aber in der Regel ist alles durchaus überschaubar. Hier gibt es Online aber auch Anleitungen für alle Rechtsformen, die man nutzen kann, um sich zu orientieren.

  • 13. Wolltest du schon immer ein Unternehmen gründen?

Ich glaube schon. Ja. Ich habe schon als Kind Baby-Sitting angeboten und sehr früh mein eigenes Geld verdient. Ich hatte schon immer unendlich viel Ideen und immer extrem viel Spaß daran, diese umzusetzen.

  • 14. Was ist das schönste Gefühl, wenn man ein Unternehmen gegründet hat?

Schwierige Frage. Eigentlich ist fast alles schön- aber vielleicht ist es am schönsten, wenn man das erste Mal realisiert, dass es Menschen gibt, die man nicht kennt, die dich, weil sie deine Idee toll finden, supporten und unterstützen. In meinem Fall ist es natürlich auch sehr die Zusammenarbeit mit den NGOs, die mich glücklich macht und das Gefühl, wirklich was verändern zu können.

  • 15. Hast du Selbstzweifel?

Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute. Aber das macht nichts. Denn ich glaube nur durch Selbstzweifel kann man wachsen. Man hinterfragt sich und seine Idee ständig und ist bereit jeden Tag viel dazuzulernen. Aber klar gibt es auch Tage, da freue ich mich nicht darüber. Die Tage, an denen man die Selbstzweifel nicht so einfach in positive Energie umwandeln kann. Aber ich denke auch das ist Ok. An den Tagen habe ich zum Glück Freunde, die mir sagen, dass ich das alles aus einem bestimmten Grund gewählt habe. Und meistens reicht das auch um am nächsten Tag wieder mit viel Spaß und Freude weiterzumachen.

  • 16. Bereust du deine Entscheidung manchmal?

Nein. Tatsächlich bereue ich aber auch fast nichts in meinem Leben. Manchmal frage ich mich aber durchaus, warum ich das alles mache und warum ich nicht einfach wieder zurück in einen sehr gut bezahlten Job, mit mehr oder weniger festen Arbeitszeiten, gehe. Und ich ende immer wieder mit der gleichen Antwort an mich selbst: Weil das einfach keine Option ist.

Ich hoffe sehr, dass euch meine Antworten helfen. Falls ihr weitere Fragen habt, stellt sie bitte jederzeit. Selbst, wenn ihr noch ein ganzes Stück davon entfernt seid, überhaupt eine Gründung in Betracht zu ziehen.


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