Juni 03, 2020 5 min. Lesezeit

Sie liebt die Natur, alte Musik, Poesie, die Tiere, und ganz besonders Betty und Nala – ihre beiden Katzen. Gemeinsam mit EMERALD BERLIN hat die Bloggerin und Instagram-Ikone Patty aka @bohemian_daydreamer eine eigene Kollektion für den Verein Hearts4Paws entworfen. Der hilft allein gelassenen Tieren auf den Straßen Rumänien, ein neues Zuhause in Deutschland zu finden. Ein Gespräch über den katzen-Mama-Alltag, über Tierrettung und die besondere Verbundenheit zu den eigenen Fellnasen.

Schaut man sich deinen Instagram-Kanal an, kommen einem Adjektive wie erdverbunden, verspielt, naturverliebt, verträumt und sinnlich-feminin in den Sinn. Wie hast Du deinen ganz individuellen Stil entdeckt und wie würdest Du ihn charakterisieren?

Naturverliebt, verträumt, erdverbunden. So viele schöne Begriffe. Danke. Es ist immer wieder interessant zu lesen welche Wörter einer anderen Person zu einem einfallen, weil ich mir selbst immer den Kopf zerbreche, wenn mich jemand fragt, mit welchen Adjektiven ich mich beschreiben würde.

Mein Rat an alle, die ihren eigenen Stil finden möchten: Ausprobieren, auch mal steinige Wege einschlagen und Erfahrungen sammeln, sich von allem, was einem über den Weg läuft inspirieren lassen und etwas Eigenes draus machen. Im Laufe der Zeit ist so mein eigener Stil entstanden, der vieles miteinander verbindet. Ich bin ein Träumer, ein Naturkind, liebe alte Musik und einfach Altes, warme Farben, Pflanzen, Natürlichkeit, Poesie. Eine bunte Mischung, trotzdem ganz natürlich, einfach ich.

„Wenn du Menschen inspirierst und sie einen kurzen Augenblick ihren Alltag vergessen können, das ist zauberhaft.“

Deinen Insta-Kanal gibt es schon seit 2014 – was war deine ursprüngliche Inspiration und was denkst Du lieben deine Follower besonders an Dir?

Meine ersten Fußstapfen habe ich schon viel eher in der digitalen Welt hinterlassen. 2009 habe ich mit dem Bloggen angefangen. Fotografie war schon damals eines meiner liebsten Hobbies, nur fand ich es schade, dass meine Fotos auf der Festplatte verstaubten. Durch Zufall bin ich über ein paar Blogs gestolpert und habe es einfach mal ausprobiert. Wo das hingeführt hat, sehen wir ja jetzt. Ich habe mir meine eigene kleine digitale Welt erschaffen, in die der ein oder andere wohl gerne eintaucht. Einer der schönsten Kommentare aus der letzten Zeit lautete: Das ist ja wie in eine andere Welt eintauchen. Ich glaube, das ist eins der schönsten Komplimente, die ich je bekommen habe. Wenn du Menschen inspirierst, sie einen kurzen Augenblick ihre Umgebung, ihren Alltag vergessen können, nur indem sie sich deine Fotos anschauen. Das ist...zauberhaft. Das freut mich unglaublich. Gerade dieses Verträumte, Verspielte, die Farben oder die Kombination aus allem - wahrscheinlich ist es das, was mein Instagramvölkchen liebt.

„Wie wichtig mir das Zusammenleben mit Tieren ist, habe ich erst gemerkt, als ich sie nicht mehr um mich hatte.“

Hast Du so etwas wie eine ganz persönliche Animal-Story, die Dich und deine Liebe zu Tieren geprägt hat?

Oh ja. Da hätte ich einiges zu erzählen. Aber am meisten geprägt hat mich wohl die Tatsache, dass ich mit Tieren aufgewachsen bin. Sie waren von klein auf Bestandteil meines Lebens. Als ich noch ein kleiner Wirbelwind war, hatte meine Familie einen Bauernhof mit Kühen, Schweinen und ein paar Langohren. Später kamen noch Pferde dazu.

Wie wichtig mir das Zusammenleben mit Tieren ist, habe ich erst gemerkt, als ich sie nicht mehr um mich hatte. Egal ob Hund, Katze oder Meister Lampe - sie alle sind nicht nur Freunde für's Leben, sondern machen einfach unglaublich glücklich, bringen einen zum Lachen, schenken uns Liebe, wenn wir sie am nötigsten haben. Ohne geht's für mich einfach nicht mehr.

„Das beste am Katzen-Mama sein, ist der Alltag.“

Zuerst hattest Du nur eine Katze, dann kam eine zweite dazu. Warum hast Du Dich so entschieden und was ist für Dich das Besondere am Katzen-Mama sein?

Katzen sind keine Einzelgänger wie viele glauben. Meine berufliche und wohnliche Situation war einige Jahre etwas unsicher, sodass ich mich bewusst gegen eine zweite Katze entschieden habe. Ich wollte dem alten Hasen und dem Neuankömmling nicht doppelten Stress zumuten. Rückblickend betrachtet, hätte ich es riskieren sollen. Ich bin immer noch am selben Fleck, nur beruflich habe ich mich etwas verändert.

Das beste am Katzen-Mama sein, ist der Alltag.Zu beobachten wie sich die beiden streiten, miteinander spielen, beobachten, was der andere macht. Zu wissen, dass da immer zwei Frechdachse sind, die mich zum Lachen und manchmal auch auf die Palme bringen. Alltag halt.

Deine Katzen sind in deinem Feed immer wieder prominent vertreten. Was fasziniert Dich so an Ihnen und was ist Dir im Umgang mit deinen Katzen besonders wichtig?

Katzen sind verschmust, können aber auch die launischsten Lebewesen auf diesem Planeten sein. Das liebe ich an ihnen. Sie machen nur das wozu sie Lust haben und lassen sich nichts sagen. Sie sind wie sie sind. Und das sollen sie auch ausleben. Den erhobenen Zeigefinger gibt es nur, wenn mal wieder in der Blumenerde gewühlt wurde.

„Mein kleines Dreibein Nala habe ich Ende 2019 aus dem Tierheim adoptiert. Es war, wie bei Betty, Liebe auf den ersten Blick.“

Das Projekt des Vereins Hearts4Paws e.V. hast Du mit deinen wunderbaren Designs für unsere Kollektion unterstützt. Warum wolltest Du dich ausgerechnet für diesen Verein und für die Tierrettung in Rumänien einsetzen?

Die Arbeit, die Sonja zusammen mit ihren fleißigen Helfern leistet, ist beachtlich. Wer so ein großes Herz für Tiere hat, muss unterstützt werden.

Leider ist die Situation der Tiere in Rumänien nicht ansatzweise so gut wie hier bei uns in Deutschland. Streuner werden dort erschossen, während sie hier im Tierheim quasi im Luxus leben. Deswegen möchte ich Hearts4Paws mit meiner Kollektion unter die Arme greifen und gleichzeitig aufklären. Vor allem jetzt, in Zeiten von Corona, benötigen vor allem solch wichtige ehrenamtliche Vereine jede Hilfe, die sie bekommen können.

Hast du selbst ein adoptiertes Tier und wenn ja/nein warum (nicht)?

Mein kleines Dreibein Nala habe ich Ende 2019 aus dem Tierheim adoptiert. Es war, wie bei Betty, Liebe auf den ersten Blick. Betty habe ich eher zufällig auf eBay Kleinanzeigen entdeckt. Der Vorbesitzer musste sie aus privaten Gründen abgeben und auch wenn es etwas sonderbar klingt, ich bin ihm unendlich dankbar dafür. Betty kam zu einer Zeit zu mir als es mir nicht gut ging. Wir haben eine besondere Bindung und können einfach nicht mehr ohne einander.

„Kein Lebewesen sollte wegen uns leiden.“

Würdest du ein Tier adoptieren, das du vorher nicht kennenlernen konntest?


Ja, immer. Das Kennenlernen wird dann zwar zu einem kleinen oder auch großen Abenteuer, aber Geduld lautet da die Lösung. Ein neuer Ort, fremde Gerüche und Personen. Darauf reagiert jedes Tier mit Stress.

Wartet Zuhause bereits ein Tier auf den Spielgefährten, würde ich vor allem darauf achten, dass die Charaktere beider Tiere zueinander passen. Auch der Altersunterschied sollte nicht zu groß sein. Jüngere Tiere sind verspielter, ältere ruhiger und bequemer.

Wenn Du einen Wunsch frei hättest, um die Situation der Tiere auf der Welt ein wenig zu verbessern, wie würde er lauten?

Vielleicht würde ein einziger Schlüsselmoment reichen, um nicht nur die Situation der Tiere zu verbessern, sondern die Situation im Allgemeinen.

Aber eines ist sicher: Tiere sind Lebewesen. Punkt. Wir Menschen sollten uns das viel öfter vor Augen führen. Kein Lebewesen sollte wegen uns leiden. Doch leider tun sie es meist nur wegen uns. Und das können wir ändern.

Patty, ganz lieben Dank für das Gespräch und für alles was Du machst!


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